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334 bayerische Wassertürme aus sechs Jahrhunderten

Bayern ist immer etwas anders als die anderen. Das gilt sogar für den Bau von Wassertürmen. Das belegen jetzt zwei von Wassertürmen faszinierte Autoren – der Brandenburger Dr. Jens U. Schmidt und der Württemberger Günther Bosch. In ihrem Buch „Wassertürme in Bayern“ beschreiben die Experten sämtliche 334 bayerischen Wassertürme mit jeweils kurzen Texten und insgesamt 813 Abbildungen. Bayern verfügt nämlich zum einen über vier in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommene Wassertürme: Der Große Wasserturm, der Kleine Wasserturm und der Kastenturm des Wasserwerks am Roten Tor sowie der Untere Brunnenturm am Mauerberg sind seit 2019 Denkmäler der Welterbe-Stätte „Augsburger Wassermanagement-System“. Der Große Wasserturm ist wohl auch der älteste Deutschlands und Mitteleuropas. Bayern hat zum anderen zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen sehr speziellen Baustil für Wassertürme entwickelt: „Häuser am Stiel“ auf quadratischem Grundriss. Diesem Bautyp – ein viereckiger Turm trägt einen auskragenden Behälter – wird ein eigenes Kapitel gewidmet, weil er – so die Autoren – „so originell und bayerisch ist“.

 

Die Autoren, die schon zu den Wassertürmen in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Hamburg publizierten, stellen aber nicht nur frühe und „klassische“ Wassertürme zur Trinkwasserversogung von Städten und Gemeinden vor, sondern auch eine Vielzahl von Wassertürmen, die für Gaswerke, Schlachthöfe, Militär, Justiz und Verwaltungen, für Krankenhäuser und Badeanstalten sowie für den Betrieb von Dampflokomotiven errichtet wurden. 38 der porträtierten Wassertürme versorgten Industriebetriebe – vom Farbwerk bis zur Textilfabrik. Ein Kapitel widmet das Autorenpaar Schmidt und Bosch den „Christlichen Wassertürmen“: Dazu zählen nicht nur solche, die Klöster mit Trinkwasser versorgten, sondern auch solche, die zum Kirchturm oder zur Aussegnungskapelle umfunktioniert wurden. Es ist die Architektur, die jeweilige Technik und nicht zuletzt die Geschichte dieser Baudenkmäler, die den früheren Regierungsdirektor Dr. Jens U. Schmidt und Günther Bosch, vormals Rektor an der Teckschule Dettingen, faszinieren.

 

Das Buch „Wassertürme in Bayern“ ist im im context verlag Augsburg | Nürnberg erschienen. Herausgeber ist das Archiv deutscher Wassertürme. Das Werk entstand mit Unterstützung der Frontinus-Gesellschaft, der internationalen Gesellschaft für die Geschichte der Wasser-, Energie- und Rohrleitungstechnik mit Sitz in Bonn.

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