Stadtbrunnenmeister Caspar Walter war von 1741 bis 1768 im Amt. Der Handwerker-Ingenieur, ein gelernter Zimmermann, verbesserte die Technik der Wasserhebung in Augsburg auf Jahre hin. Deshalb gilt er als bedeutendster Brunnenmeister der Reichsstadt. Die Technik in den 1879 stillgelegten Wasserwerken ist zwar abgebaut. Walter gilt dennoch als ein Wegbereiter des UNESCO-Welterbes „Augsburger Wassermanagement-System“. Seine technischen Zeichnungen und Architekturskizzen waren Vorlagen für Instruktionsgemälde und Kupferstiche, die das Bild, die Baugeschichte und die Ausstattung der sieben von ihm betreuten reichsstädtischen Wasserwerke dokumentieren. Von ihm beauftragte hydrotechnische Modelle überliefern die Komplexität der Technik.
Nachhaltige Wirkung erzielte Walter auch als Publizist. Seine technischen Schriften überliefern die Leistungen der Trinkwasserversorgung, das Netz der Röhrleitungen und die Abnehmer des Röhrwassers. Nicht zuletzt aufgrund der Publikationen und Dokumentationen Walters kann Augsburg heute als ein „Archiv der Wasserwirtschaft“ gelten.
Nur die Reichen konnten sich sündteures Wasser „ins Haus“ leisten. Sie wurden vor allem über das Obere Wasserwerk am Roten Tor versorgt. Aus dem ältesten und größten Wasserwerk Augsburgs kam auch das Wasser für drei Monumentalbrunnen, die um 1600 entstanden waren.
Das Obere Wasserwerk, den Stolz der Stadt, beschrieb Caspar Walter 1754 in seiner „Hydraulica Augustana“, der ersten seiner technischer Schriften zur Wasserversorgung. Die 39 Seiten dieser schriftlichen Führung durch das Wasserwerk und seine Geschichte sind im vorliegenden Werk abgedruckt. Kurze Kommentare verweisen auf inhaltliche Schwerpunkte dieser Seiten –auch mit Blick darauf, was heute noch im Wasserwerk am Roten Tor oder anderswo in der Welterbe-Stadt zu finden ist.